Long time no post.
Hat ja ne ganze Weile gedauert, bis ich irgendwie wieder das Bedürfnis hatte, hier wieder was hinzuschmieren.
Eigentlich wars die letzten Wochen soweit ganz in Ordnung. Ich lebte so vor mich hin, ohne größere Psychocrashs und so weiter.
Seit gestern meldet sich mein Magen mal wieder und darüber kommt der Kopf dann ganz allein wieder auf Hochtouren. Aber diesmal weniger Panik-like, sondern eher, dass ich mich frage, ob ich überhaupt wieder in Ordnung kommen kann.
Denn ich stelle im Moment sehr, sehr deutlich fest: Ich vermisse die Schule. Ich vermisse die Schule SO.
Wenn man mir jetzt sagt, ich kann morgen um 8 Uhr in der ersten Stunde sitzen, wäre ich sofort da. Einfach, weil es mir fehlt. Ja, ich hab ja sogar schon darüber nachgedacht, nachzufragen, ob ich mich nicht einfach mit dazu setzen darf, als Gasthörer quasi. Bescheuert, ja, ich weiß.
Ich hätte nie gedacht, dass ich ein dreiviertel Jahr, nachdem ich meinen offiziellen letzten Schultag hatte, über den ich zu dem Zeitpunkt so froh war, Sehnsucht nach der Zeit habe.
Ja, ich weiß. Wahrscheinlich ist es nicht die Schule an sich. Es ist der Rhythmus und die Gewohnheit und daraus resultierende Sicherheit die mir fehlt. Und ich werde das Gefühl nicht los, dass ich das so oder so ähnlich schonmal hier hingeschrieben habe. Anyway.
Kaum, dass die Schule vorbei war, ging es los mir nicht mehr so gut zu gehen, gesundheitlich. Ich reagierte auf viele Lebensmittel mit Problemen, was auch einfach damit zusammenhängen könnte, dass ich zu deim Zeitpunkt auf einem kleinen Veggie-Trip war, der mir verdauungstechnisch einfach nicht gut tat (erst seitdem ich zu meiner ursprünglichen, ganz normalen Ernährung zurückgekehrt bin, ist alles wieder normal) und weil meine Phobien auch mit dem Thema zu tun haben, ist das für mich natürlich grundsätzlich ein großes Problem mit dem ich umgehen muss. Aus dieser monatelang andauernden "schwierigen Phase" entstand dann ja auch die Gastritis, die zwei Monate vor sich hin kochte und letztendlich den Startschuss für meinen Psychocrash im August/September gab.
Inzwischen habe ich mich eigentlich soweit gefangen.
Es geht, ich lebe und atme und esse auch, wenn auch nach wie vor eingeschränkt, aber das ist okay. Es ist nicht schlimm, dass ich die fettigen Sachen weglasse und auch auf Fast Food verzichte, am Ende ist das sowieso irgendwo gesünder. Aber trotzdem belastet mich das. Das alles.
Vorallem aber die Tatsache, dass ich hier sitze und weiß, dass das Studium n Schuss in den Ofen war und heute vor einem Jahr meine größte Panik die war, ob ich durch die Abiprüfungen komme und was passiert, wenn ich es nicht schaffe, nein genau genommen, war es die Panik vor den Vorabiklausuren... An dieser Stelle schmunzle ich recht müde und kämpfe damit, dass mir nicht doch noch Tränen in die Augen steigen.
Ich habe Bewerbungen geschrieben. Einige. Alle auf die selbe Art von Ausbildungsplatz. Und ich warte, denn ich war früh dran. Ich bin jemand, der sich gerne absichert und kein Risiko eingehen mag. Ich warte jeden Tag auf einen Brief oder eine Mail in der geschrieben steht: "Sehr geehrte Frau Cat, hier, ihr Termin zum Vorstellungsgespräch." - Und natürlich liefe dieses Vorstellungsgespräch in meinem Kopf hervorragend und ich würde den Platz bekommen.
Und dann denk ich wieder: Mann, wie gerne ich morgen früh ans WBK fahren würde.
Ich glaube ich habe angst vor meiner eigenen Unsicherheit. Ich weiß nicht was kommt, weiß nicht, ob das mit dem Bafög so klappt, wie ich es mir erhoffe (ja, ich warte immernoch drauf, dass ich den Bescheid bekomme, dass ich ENDLICH den normalen Bafögsatz bekomme... samt Nachzahlung) und das überhaupt alles irgendwie klappt.
Ich hab übrigens keine Ahnung, was ich machen soll, wenn das mit dem Ausbildungsplatz nicht klappt. Ich hatte an ein Fernstudium an der Uni Hagen gedacht, allerdings bin ich davon im Moment schon wieder nicht mehr so überzeugt, aber das schiebe ich mal meiner generell eher resignierenden Stimmung zu.
Ich paddle fleissig gegen den reissenden Strom und versuche mich tapfer oben zu halten, gegen Angst, gegen Panik, gegen Gedanken, die ich nicht haben sollte, gegen niedermachende Sprüche und blöde Kommentare, die mir nicht helfen und gegen all das andere. Ich will nur meine Sicherheit wieder. Und mit der Sicherheit auch meine Gesundheit. "Gesundheit." Ich möchte wieder dahin zurück, wo ich letztes Jahr um diese Zeit war. Bitte.
Nichts ist schlimmer, als dieses "in der Luft hängen" und einfach nicht zu wissen, was kommen wird.
Die Zeit macht einen wahnsinnig.
Wer hätte gedacht, dass ich das mal sage.
Ich war acht Jahre lang krank geschrieben. Immer wieder hab ich meine Versuche gemacht, die allesamt scheiterten, aber alles in allem, war ich acht Jahre lang krank geschrieben. Ich glaube ich hab die Zeit gebraucht um klar zu kommen mit den Dingen. Vorallem aber mit mir. Und auch zu erkennen, wer ich bin und was mich ausmacht. Bis zu dem Zeitpunkt an dem ich beschlossen habe, dass es Zeit ist weiter zu machen und dann habe ich eine Chance bekommen, sie ergriffen und durchgezogen. Nicht einfach so, aber ich habe sie durchgezogen.
Und jetzt habe ich quasi seit einem halben Jahr gar nichts mehr zu tun und merke, wie ich zu viel Zeit habe mich mit Dingen zu beschäftigen, die mir nicht gut tun.
Ich merke, wie ich mich verändert habe. Wie sehr mein Geist gefordert werden muss und wie ich Beschäftigung brauche, damit ich mich nicht selbst wieder kaputt mache, wozu ich tatsächlich imstande bin, wie man bis hier hin schon sieht.
Ich stehe noch bei der Therapeutin auf der Warteliste, ich rief sie gestern oder vorgestern (ich weiß es nicht mehr genau) an um ihr zu sagen, dass ich den Platz immernoch möchte. Es gibt Tage, da denke ich, ich brauche das nicht. Alles geht von allein. Und dann, wie jetzt, denke ich, dass es wohl gut wäre, wenn jemand, der Ahnung davon hat, versucht mit mir zu ergründen, wieso ich jetzt so ein wahnsinniges Problem damit habe, dass ich aus meinem gewohnten Alltag raus bin. Und wieso meine Psychosomatik so herausragende Dinge tut.
We'll see...