Ich hatte vorgestern meine Einführungsveranstaltung an der Uni.
Erstaunlicherweise war ich vorher nur ein wenig aufgeregt und den Tag über ging es mir sogar soweit ganz gut.
Nach knapp 7 Stunden Informationshagel hatte ichs auch geschafft und bin total erledigt nachhause gefahren, wo dann irgendwie doch alles wieder hochschwappte.
Ich fühlte mich sehr überfahren, total überfordert, quasi so, als würde sich dieser gigantische Betonklotz einer Universität einfach auf mich draufsetzen und mich unter sich begraben. Natürlich rollten dann promt auch ein paar Tränen, weil ich nicht so richtig wusste wohin mit mir, ist mir alles irgendwie zu groß, zu voll, zu viel Info, zu ichweißauchnichtgenau.
Bei mir hat sich nach wie vor kein "Yay, endlich Uni"-Gefühl eingestellt. Ich fühle mich im Bezug darauf eher wie gelähmt und frage mich jeden Tag aufs neue, ob ich jemals wieder vernünftig essen werden kann.
Dazu kommt, dass ich mein Bafög so langsam echt gut gebrauchen könnte. Und überhaupt fände ich es echt gut, wenn der ganze bürokratische Kram endlich abgeschlossen wäre... Bafögamt, Krankenkasse, GEZ...
Ich freue mich nicht auf die Uni. Ich habe ja schon ohnehin kein besonders gutes Gefühl dabei, aber auch jetzt, nachdem ich mal nen ganzen Tag dort war, verschwinden die Zweifel überhaupt nicht. Ich empfinde keine Vorfreude und gespannt bin ich auch nicht. Mich stresst das einfach nur. Und ich weiß nicht einmal wieso das so ist.
Irgendwas tief drin tendiert stark in eine Richtung, aber ich muss es doch wohl zumindest ausprobieren, nicht wahr? Sehe ich auch so.
Ich habe das Gefühl, je mehr ich mich mit "mir" befasse, desto akuter sind meine Beschwerden. Die Aufregung und der Stress von vorgestern, wirken sich heute auf mich aus. Ich fühle mich nicht gut, fühle mich ängstlich und unsicher und habe das Gefühl mir schnürt sich der Hals zu.
Ich hatte letzte Tage übrigens einen Arzttermin, am Dienstag. Dort erfuhr ich, dass ich die Säureblocker ZWEI MONATE nehmen soll, nicht drei Wochen... Well. Und wenn der ganze Spaß dann wiederkommt, dann muss ich zur Spiegelung. \o/
Darüber hinaus werde ich mit Dr. Superambiotioniert, welchem ich den Zahn bezüglich Medikamentenwechsel erfolgreich ziehen konnte, ein bisschen Systemtherapie machen, wo sich hoffentlich herausstellt, ob ich nun tatsächlich eine Langzeittherapie gebrauchen könnte oder wirklich nur unter einer Krise leide.
Ich versteh selbst nicht, wie das alles gekommen ist. Selbst während der Abiturvorbereitung war alles in Ordnung. Ich war aufgeregt, klar, aber ich war soweit recht stabil, es ging mir weitesgehend gut. Es war alles okay und dann aufeinmal, als die Sache mit der Uni akut wurde...
Vielleicht durch zuviel Anspannung, zuviel Stress, den ich mir selbst gemacht habe oder zu große Erwartungen, die ich an mich selbst habe/hatte. Vielleicht will ich es wirklich allen Recht machen und mich beweisen. Beweisen, dass ich nicht dumm bin und etwas schaffen kann, Akademikerin sein kann. "Was aus mir machen" kann. Beweisen, dass ich nicht so bin, wie meine Mutter, was mir dann und wann immer mal wieder sacht zugeschoben wird, aber meistens trifft wie eine Abrissbirne. Vielleicht will ich mich auch vor allem mir selbst beweisen. Mir selbst zeigen, dass ich mehr kann als Hilfe vom Staat zu beziehen, obwohl ich das ja schon weiß... Tatsache ist, ich bin krank. Das ist generell nichts neues, aber im Moment bin ich so krank wie nur selten zuvor. Meine Psyche bröckelt, nichts bleibt mehr an seinem Platz, weil die Belastung so groß ist und weil ich mir so viel Sorgen um alles mache. Das Geld, die Uni, die Frage, ob die Entscheidung dorthinzugehen auch die richtige war, die Ängste, die mich tagtäglich begleiten und die körperlichen Auswirkungen, die ich registriere wie eine Fledermaus eine Motte in der Nacht. Ich kann mich auf kaum etwas konzentrieren, habe auch an nichts Freude. Ich bin einfach nur gestresst und würde gerne die Zeit nochmal auf Anfang August zurückdrehen und direkt dort schon überlegen, ob das das Richtige für mich ist.
Ich habe ja Plan B und C und D... Aber wie das so ist... Man will ja auch nicht enttäuschen, wenn man frühzeitig abbricht und dann doch nochmal alles umwirft... Nicht zuletzt: Ich bin fast 30... Ich habe das Gefühl mir läuft die Zeit davon.
What to do?